FDP-Verbandsgemeindeverband

Grünstadt-Leiningerland

Rheinpfalz vom 12.03.2009

Rheinpfalz vom 12.03.09

Müll, Dreck und Gestank: Das sind die Begriffe, mit denen der Grünstadter Bahnhof nach wie vor am ehesten assoziiert wird. Warum das so ist, davon konnte sich der Stadtrat vor seiner Sitzung am Dienstagabend ein Bild machen.

Am 21. November war ein 15-Jähriger aus Freinsheim von Jugendlicher in der Unterführung am Bahnhof attackiert worden. Bei dem Übergriff trug er einen Nasenbeinbruch davon. Sein Vater brandmarkte daraufhin den Bahnhof und sein Umfeld als einen Bereich, an dem Gewalt und andere Delikte an der Tagesordnung seien. Seither haben sich die Bundespolizei (Bahnpolizei), die Inspektion Grünstadt und die Stadtverwaltung verstärkt dem Bahnhof angenommen.

Wie Bürgermeister Hans Jäger im Stadtrat sagte, sei die Bundespolizei seit Dezember 30-mal am Grünstadter Bahnhof auf Streife gewesen. Die Grünstadter Polizei, das Ordnungsamt und ein privater Sicherheitsdienst kontrollierten täglich. Ordnungswidrigkeiten seien festgestellt worden, aber keine Straftaten. Aktuell hat die Polizei aber wieder Straftaten protolliert. Die Kontrollen sollen fortgesetzt werden, außerdem bietet die Bahn AG der Stadt eine Ordnungspartnerschaft an.

Hat sich der Zustand gebessert? Eine aktuelle Mail eines Reisenden beschreibt das Areal nach wie vor als desolat und unzumutbar. Das Gelände werde von „Dutzenden von Trinkern belagert", man werde angepöbelt, „Dreck und Uringestank" seien allgegenwärtig. Davon konnten sich die Ratsmitglieder am Bahnhof überzeugen. „Schauen Sie, wie es hier aussieht", verdeutlichte Bürgermeister Hans Jäger auf einem der Bahnsteige. „Und hier wird jeden Morgen gekehrt!" Bei einem kurzen Gang durch die Unterführung Richtung Baugebiet „In der Bitz" sahen die Ratsmitglieder auch ein Beispiel sinnloser Zerstörungswut: die Reste eines demolierten Zauns im Schmittengraben.

Es seien im Wesentlichen zwei Gruppen, die den Bahnhof zum Treffpunkt auserwählt hätten, sagte Jäger: ältere Personen, die dem Sozialamt vom Peterspark her bekannt seien, und etwa 20 bis 30 jüngere Leute bis zu 30 Jahren. Sie bildeten keine homogene Gruppe, einige von ihnen neigten auch zu Gewaltanwendung.

Wie soll die Öffentlichkeit dieser Situation Herr werden? Ein Patentrezept gab es nicht im Stadtrat. Man war sich einig, dass „Schüler und ältere Fahrgäste", die Bus und Bahn benutzen, vor Übergriffen geschützt werden müssten (Klaus Wagner, CDU). Man war sich ebenso einig, dass der Eigentümer der Anlage, die Deutsche Bahn, nicht genug tue. Dies sei enttäuschend (Bernhard Ellbrück, FDP). Und es herrschte Einigkeit darüber, dass eine private Firma wie die Bahn ihre Aufgaben nicht einfach auf eine Kommune übertragen und sich so eventueller Kosten entledigen kann (Michael Kopietz, SPD).

Etwas Hoffnung machte der Bürgermeister: Die Bahn habe damit begonnen, das Gebäude umzubauen. Und „wenn der Standort sauber ist", löse sich das Problem dort vielleicht von allein, meinte Sozialdezernent Adam Vogel. Allerdings werde das Grundproblem selbst nicht gelöst, sondern verschoben, sagte er. Eventuell könnten Überwachungskameras in der Unterführung zumindest die schlimmsten Auswüchse verhindern, regte Adolf Wolf (CDU) an.

Wie Jäger ergänzte, seien die Aufzüge, die von der Unterführung zu den Gleisen führten, öfter „gestört, zerstört und versaut". Das Gremium wird sich im Mai noch einmal mit der Materie befassen: Bis dahin will die Verwaltung den Entwurf zu einer „Ordnungspartnerschaft", wie sie bereits für Frankenthal besteht, prüfen. Es gehe darum zu klären, welchen Anteil die Stadt auch an den Kosten übernehmen könne (wir berichteten zuletzt am 15. Dezember und am 20. Januar). (ks)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.60
Datum: Donnerstag, den 12. März 2009


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